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Erklärung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Heute – 37 Jahre nach der Ausrufung des Tages gegen Gewalt an Frauen – ist dieser ebenso aktuell wie je zuvor.

Am 25. November 1960 wurde ein Mordanschlag auf die 3 Schwestern Patria, Minerva und Maria-Teresa Mirabal durch Militärs des damaligen Diktators der Dominikanischen Republik, Rafael Trujullo, verübt. Sie waren ein aktiver Teil der „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“ (Revolutionäre Bewegung des 14. Juni) in der Dominikanischen Republik. Sie kämpften gegen die Diktatur Trujillos und für die Rechte der Frauen im Land. So war Minerva selbst eine der ersten Frauen, die den Titel „Doktor der Rechtswissenschaften“ an der autonomen Universität von Santo Domingo erlangte.

Der feige Anschlag auf die drei Schwestern war der Anlass des ersten Tag gegen Gewalt an Frauen.

Auch heute kann sich die Welt nicht von Gewalt gegen Frauen freisprechen. Sie ist immer noch allgegenwärtig, mit all ihren Gesichtern. Das Patriarchat ist in dieser Gesellschaft tiefer verankert, als jede andere rückschrittliche Eigenschaft. Die Unterdrückung der Frau hat eine Jahrtausend lange Geschichte. Genauso haben die Aufstände und Befreiungskämpfe der Frauen aber auch eine Geschichte!

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Wenn wir von Gewalt gegen Frauen hören, hören wir häufig von häuslicher Gewalt im Sinne von körperlicher Gewalt, sexualisierter Gewalt oder wir hören von „Ehrenmorden“ in anderen Ländern.

Was wir jedoch selten hören ist, dass im Jahr 2016 165 Frauen in Deutschland von ihren Partnern oder Expartnern ermordet wurden. Und noch viel weniger hören wir von verbaler Gewalt, wie zum Beispiel Drohungen, Stalking, nieder machen und klein halten der Frauen, anschreien etc. Diese Gewalt wird selten gesehen. Äußerlich gibt es vielleicht keine Wunden bei den Betroffenen die sichtbar sind, aber gerade das macht diese Gewalt umso gefährlicher!

2017, im hundertsten Jahr der sozialistischen Oktoberrevolution, wollen wir aus den Erfolgen, aber auch den Fehlern der Sowjetunion lernen.

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ was eine der ersten Losungen, die in der Sowjetunion aufgestellt wurden. Wenn wir uns das Lohngefälle von durchschnittlich immer noch 23 % heute in Deutschland anschauen, sehen wir, dass diese Forderung auch heute bei uns auf der Tagesordnung stehen muss, um aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Frau von Mann heraus zu kommen.

In der Sowjetunion wurden nach und nach immer mehr Teile der Reproduktionsarbeit, wie Kindererziehung, kochen, waschen etc. vergesellschaftet, um die Frauen von ihrer doppelten Unterdrückung durch Lohnarbeit und Hausarbeit bzw. Kindererziehung zu befreien. Es wurden beispielsweise Wäschereien und Speisehäuser gebildet.

Auch heute ist es frei nach dem Motto „Der Haushalt und die Kindererziehung machen sich von allein“ immer noch zu größten Teilen die Aufgabe der Frauen dies nach der Arbeit zu erledigen. Oder aber sie macht sich wirtschaftlich vollkommen von ihrem Mann abhängig und er geht alleine arbeiten.

Die Legalisierung von Abtreibungen 1918 in der Sowjetunion war ein großer Erfolg für die Frauen und das Selbstbestimmungsrecht über ihren eigenen Körper. Das Verbot, welches 1936 wieder eingeführt wurde, dagegen ein unverzeihlicher Fehler!

Auch heute in Deutschland ist eine Abtreibung immer noch nicht legal! Es ist lediglich eine rechtliche Grauzone. Im §218 StGB ist geregelt, dass für einen Schwangerschaftsabbruch eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren eintreten kann. Der §218a lockert diese Definition einer Straftat und stellt den Schwangerschaftsabbruch in einigen Fällen unter Straffreiheit.

Diese Straffreiheit ist aber noch meilenweit von dem Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren eigenen Körper entfernt! Jede Frau kann und muss eigenständig entscheiden was mit ihr und ihrem Körper passiert!

Das Patriarchat mit seiner Jahrtausend langen Geschichte und der Kapitalismus sind heute untrennbar miteinander verbunden. Wir werden die Unterdrückung der Frau im Kapitalismus nicht besiegen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass wir den Frauenbefreiungskampf nicht heute schon auf die Tagesordnung setzen. Wir Frauen, als doppelt unterdrückter Teil der Gesellschaft haben heute schon zwei Kämpfe zu führen. Den Kampf für die sozialistische Revolution und den Kampf für die Befreiung der Frau auf allen Ebenen der Gesellschaft!

Wir Frauen sind aber nicht einfach die armen doppelt unterdrückten Wesen im Kapitalismus. Jede einzelne Frau, die sich von ihren Ketten löst, jede einzelne Frau die sich erhebt und sich ihre verdiente Freiheit nimmt, ist eine unglaublich starke Kämpferin!

Nicht nur heute, am Tag gegen Gewalt an Frauen und am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, kämpfen wir für unsere Rechte. Immer, wenn Frauen sich der Situation aller Frauen bewusst werden und sie sich entscheiden sich zur Wehr zu setzen, führen sie einen Kampf. Nicht nur dann, wenn sie gemeinsam und stark ihre Forderungen auf die Straße tragen, die Allgegenwärtigkeit des Patriarchats zwingt und immer und überall Kämpfe zu führen. Jede Frau, die die Rechte zurück erobert, die ihr genommen wurden, ist stark! Und das wir diesen Kampf niemals alleine führen, sondern gemeinsam als Frauen für alle, die unter dem Patriarchat leiden, macht uns umso stärker. Unvergessen sind dabei unsere Genossinnen und Vorbilder, wie Ivana Hoffmann, Rosa Luxemburg oder Hannie Schaft. Sie widmeten ihr Leben dem Kampf gegen die Herrschenden und das Patriarchat. Jeden Tag aufs neue führen Tausende Frauen auf dieser Welt ihren Kampf fort, gegen die Herrschenden und das Patriarchat. Für den Sozialismus und die Befreiung der Frau!

Frauen, die Kämpfen sind Frauen die Leben – Lasst uns das System aus den Angeln heben!

Frauen des Kommunistischen Aufbaus und der Kommunistischen Jugend

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