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Islamischer Fundamentalismus und Imperialismus – Teil 1

Entstehung des islamischen Fundamentalismus und seine Funktion als Herrschaftsideologie

Vor mehr als 170 Jahren begannen Karl Marx und Friedrich Engels das „Kommunistische Manifest“ mit den Worten „Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus“. Es versetzte die Herrschenden aller Länder in Angst ob der Möglichkeit, ihre Macht in Gänze zu verlieren. Im Zuge der Oktoberrevolution wurde bis zu ein Drittel der Erdkugel rot. Konterrevolutionäre Angriffe von außen und Bürokratisierung von innen ließen den ersten Anlauf, eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung zu schaffen, jedoch schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts scheitern. Die nunmehr bereits staatskapitalistisch gewordenen Länder des „realsozialistischen“ Lagers brachen im Jahr 1990 zusammen. Der amerikanische Regierungsberater Fukuyama läutete das „Ende der Geschichte“ ein.  

Heute scheint ein anderes Gespenst umzugehen, das Gespenst des Islams. Die bayrische CSU hat es im Leitantrag auf ihrem Parteitag Ende 2016 zum Thema „politischer Islam“ so formuliert: „Der politische Islam ist die größte Herausforderung unserer Zeit. In den letzten Jahrzehnten hat keine andere ideologische Bewegung weltweit so viel Gewalt, Zerstörung und Destabilisierung hervorgebracht wie der politische Islam.“

Der Islam gehört neben dem Buddhismus mit rund einer Milliarde AnhängerInnen zu den größten Religionsgemeinschaften der Welt. Spätestens mit den Anschlägen des 11. September 2001 und dem daraufhin ausgerufenen „Krieg gegen den Terror“ wird der Islam hierzulande jedoch nicht als Religion, sondern vor allem als Feindbild diskutiert. Die Invasionen in Afghanistan (2001) und Irak (2003) werden unter dem Banner von westlicher „Freiheit und Demokratie“ geführt, um den „barbarischen“ Ländern im islamisch geprägten Mittleren Osten (West-Asien)1 die „Zivilisation zu bringen“. 

Fünfzehn Jahre später marschiert eine neue faschistische Bewegung in nahezu allen „westlichen“ Ländern unter dem Banner des Kampfes für die „christlich-abendländische Kultur“ gegen die „Islamisierung des Abendlandes“. Sie gewinnt in Wahlen teilweise die Mehrheit der abgegebenen Stimmen (Donald Trump in den USA) oder große Teile davon (z.B. Österreich, Frankreich, Schweiz). Umgekehrt spielen reaktionäre und faschistische Bewegungen, die sich auf eine fundamentalistische Auslegung des Islams beziehen, in den unterdrückten Nationen eine wichtige Rolle, insbesondere in West-Asien. Der „Islamische Staat“ hat es geschafft, in Syrien und Irak ein islamisches Kalifat auszurufen. Damit verleitete er tausende Menschen auf der ganzen Welt, sich ihm anzuschließen oder gleich in ihren Ländern gegen die „Ungläubigen“ aktiv zu werden. 

Obgleich die Bedeutung der Frage des Islam, des islamischen Fundamentalismus und des sogenannten „Kampf der Kulturen“ unübersehbar ist, schweigt ein Großteil der fortschrittlichen, revolutionären und kommunistischen Bewegung zu diesem Thema oder bleibt bei Oberflächlichkeiten stehen. Wir halten es deshalb für notwendig, einen grundlegenden, zweiteiligen Artikel zu diesen Fragen aus marxistischer Sicht zu veröffentlichen, um in der revolutionären Bewegung bei der Klärung dieser gesellschaftlichen Erscheinungen voranzukommen und selbst Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit entwickeln zu können. 

Im ersten Teil werden wir uns mit der Entstehung des Islams sowie der Rolle des islamischen Fundamentalismus insbesondere in Westasien und Nordafrika beschäftigen. Dabei untersuchen wir, welche Klasseninteressen hinter den verschiedenen Bewegungen und Staaten standen und stehen, die sich auf den islamischen Fundamentalismus beziehen. Einen besonderen Schwerpunkt werden wir auf die Instrumentalisierung des Islams durch den Imperialismus legen. Wir untersuchen, wieso der islamische Fundamentalismus eine Anziehungskraft bekommen konnte und welche Rolle er im Bezug auf fortschrittliche und kommunistische Bewegungen gespielt hat. 

Anschließend stellen wir anhand von vier Beispielen – Saudi-Arabien und der Wahhabismus, die Muslimbruderschaft, die „iranische Revolution“ 1979 und der schiitische Gottesstaat, die Mudschaheddin und der „Islamische Staat“ – die Rolle des islamischen Fundamentalismus in den Klassengesellschaften Westasiens dar. Darauf aufbauend folgt als Fazit eine erste Einschätzung des islamischen Fundamentalismus. Unsere vorgestellte Kernthese lautet, dass es sich dabei um eine faschistische Ideologie handelt, die von den reaktionärsten Teilen der lokalen Bourgeoisien und der imperialistischen Bourgeoisien verschiedener Großmächte für ihre Ziele ausgenutzt wird.

Im zweiten Teil, in der nächsten Ausgabe von „Kommunismus“, werden wir uns dann mit der Rolle des Islam in Europa und der aktuellen Diskussion um den „Kampf der Kulturen“ beschäftigen. 

Die Geschichte des Islams 

Der Islam im Jahr 632

Der Islam entstand ca. 600 Jahre nach unserer Zeitrechnung in der Nähe von Mekka. Damals soll der Prophet Mohammed beim Berg Hira durch den Engel Gabriel einen „Verkündigungsauftrag“ erhalten haben. Die neue Religion verbreitete sich zunächst im familiären Umfeld Mohammeds. Da in Mekka damals der Henotheismus2 vorherrschte, wurden Mohammeds Auffassungen abgelehnt. Er wurde aus Mekka nach Medina vertrieben (auch bekannt als „Hidschra“). In Medina begann der Aufstieg des Islam.

Es gelang Mohammed, die Anführer verschiedener Stämme zu gewinnen

Der Islam im Jahr 655

und unter seiner Führung zu vereinigen. Innerhalb der zersplitterten Clangesellschaft der damaligen Zeit entwickelte er einen ersten Staat mit einer religiösen Staatsideologie, dem Islam. Im Gegensatz zu der vorher existierenden Sklaverei und den Clangesellschaften war dies historisch gesehen ein Fortschritt. So war der erste „islamische Staat“ (Kalifat) den anderen Gesellschaften sowohl wirtschaftlich, kulturell wie auch militärisch überlegen. Der neue Staat schuf neben einem Gewaltapparat auch gesellschaftliche Einrichtungen (Krankenhäuser, erste Schulen etc.). Das Kalifat löste dabei auch den gesellschaftlichen Widerspruch zwischen den sich weiterentwickelnden Produktivkräften und den veralteten Produktionsverhältnissen einer lokalen, zersplitterten Sklavenhaltergesellschaft. Wie immer in der Geschichte war auch hier die Gewalt die Geburtshelferin der neuen gesellschaftlichen Verhältnisse. 

Nach der ersten Konsolidierung begann Mohammed damit, sein Kalifat zu expandieren. Dabei diente der Islam als Ideologie in doppelter Hinsicht: Auf der einen Seite begründete er die These, dass alle Menschen vor Gott gleich seien und deshalb auch Sklaven als Menschen zu betrachten wären. Er konnte somit viele Sklaven auf seine Seite ziehen. Frauen durften jedoch weiterhin versklavt werden. Eine Ausnahme bildeten diejenigen Frauen, die verheiratet waren und somit zu „freien“ Frauen wurden. Auf der anderen Seite spielte der Islam die Rolle einer Eroberungsideologie. 

Die militärische Expansion gelang Mohammed außerordentlich erfolgreich. Innerhalb weniger Jahrzehnte hatte er ein riesiges Territorium unter seine Kontrolle gebracht. Dies geschah durch militärische Eroberung in Verbindung mit dem Übergang der ehemaligen Herrscher zum Islam. Durch den Handel gelang der Islam auch in abgelegenere Regionen wie z.B. nach Sri Lanka. Der Islam entstand also von vornherein als Herrschaftsideologie mit Mohammed als religiösem Führer, der gleichzeitig Staatschef und als General der Oberbefehlshaber der Streitkräfte war.

Erst nach dem Tod Mohammeds wurde der Koran als die wichtigste textliche Grundlage des Islams aufgeschrieben. Er gilt als die dem Propheten Mohammed offenbarte Rede Gottes. Die zweite Grundlage bilden die Berichte („Hadithe“) über die Verhaltensweise („Sunna“) Mohammeds, der als der „Gesandte Gottes“ Vorbildcharakter für alle Muslime hat. Die sich aus diesen Texten ergebenden Normen werden in ihrer Gesamtheit als „Scharia“ bezeichnet. 

Mit dem Tod Mohammeds begann der Kampf um seine Nachfolge. Im Zuge dieses Machtkampfs entstand die bedeutende Spaltung der islamischen Bewegung in die „Sunniten“ und „Schiiten“. Nach Auffassung der Schiiten hätten nur Mohammeds Cousin und Schwiegersohn Ali Ibn Abi Talib und seine Nachkommen das Recht, das politische Oberhaupt (Kalif, Imam) aller Muslime zu stellen. Heute machen die Schiiten rund 10% der Muslime aus, während der übergroße Teil (85%) der sunnitischen Richtung angehört. Sunniten betonen die Bedeutung der Sunna – der Handlungsweise des Propheten. Daneben gibt es noch viele weitere kleine Splittergruppen wie z.B. die Aleviten.

Der Islam und die
Entstehung des Kapitalismus

Nach dem Tod Mohammeds erlebte die islamische Welt enorme Umwälzungen. Sie entwickelte sich damals zu einer der am höchsten entwickelten Gesellschaften der Erde, die in Fragen der Wissenschaft und vor allem der Wirtschaft Europa weit voraus war. Dafür gibt es eine historisch-materialistische Grundlage, die zugleich die wissenschaftliche Erklärung für den Aufstieg und die Blüte, sowie den späteren Niedergang der islamischen Reiche bildet. Aufgrund der Witterungsverhältnisse waren sowohl Kleinbauern und Händler als auch  der Landadel davon abhängig, dass Dämme instand gehalten und Kanäle ausgehoben, Schleusen zur richtigen Zeit geöffnet und geschlossen wurden. So setzte sich die frühe Entwicklung eines Staates unter Mohammed fort und ein starker islamischer Zentralstaat entstand. Das „Osmanische Reich“ als das größte islamische Gebilde ist ein gutes Beispiel dafür. Hier war die Herrschaft im wesentlichen in den Händen des geistlichen Oberhaupts (Kalifen) und den (städtischen) Beamten seines Staatsapparats zentralisiert, welche über ein gigantisches Territorium herrschten, in dem es kein Privateigentum an Grund und Boden gab.

Im Unterschied dazu dominierten in Westeuropa und Japan feudale Grundbesitzmonarchien in schwachen und dezentralisierten Staaten. Die Staatsmacht lag wie im Falle der Gerichtsbarkeit beim lokalen Adel auf dem Land. Hier fand auch die Ausbeutung mittels Einziehung von Pachten und Frondiensten statt. Die feudale Zersplitterung, die zunächst die Rückständigkeit Europas gegenüber dem islamischen Orient besiegelte, bot jedoch auf lange Sicht einen günstigeren Nährboden für die Entwicklung der Warenproduktion, der Grundlage der kapitalistischen Produktion.

Im Zuge der Entwicklung des Handels entstanden im europäischen Spätfeudalismus Städte. Sie bildeten gleichzeitig Räume, die verhältnismäßig frei von der Herrschaft des Adels oder des Königs waren, so dass sich dort eine neue Herrscherklasse entwickeln konnte – die Bourgeoisie. 

Mit der französischen Revolution begann der Anfang vom Ende des Osmanischen Reichs und der wirtschaftlichen und damit der weltweiten Avantgarde-Position der islamischen Länder. Die neu entstehende bürgerliche Klasse in Europa hatte den Kampf gegen den alten Feudalismus aufgenommen. Die Ideen der Aufklärung als Ideologie des aufstrebenden Bürgertums lösten die Wissenschaftsfeindlichkeit des Mittelalters ab. Die Industrielle Revolution in England ermöglichte den westeuropäischen Ländern eine Entwicklung, mit dem das feudale und stark zentralisierte Osmanische Reich nicht mithalten konnte.

Dort entwickelte sich der Kapitalismus aus zwei Gründen nur langsam. Einerseits hatte sich der internationale Welthandel um das Osmanische Reich herum entwickelt. Andererseits hatte die zentralisierte Struktur des Osmanischen Reichs die eigenständige Entwicklung des Bürgertums verhindert und bewusst unterdrückt. So gelang es den europäischen Ländern, die ehemals überlegenen islamischen Länder einzuholen und zu überholen.

Der Islam im Imperialismus

Mit der Entstehung des Imperialismus hatten die Großmächte die Welt im wesentlichen unter sich aufgeteilt. Auch Westasien blieb davon nicht verschont. Noch während des ersten Weltkrieges handelten die Briten und Franzosen im Jahre 1916 das geheime „Sykes-Picot“-Abkommen aus, welches Westasien unter den beiden imperialistischen Mächten aufteilte.

Die Grenzen wurden teilweise mitten in der Landkarte mit dem Lineal gezogen. So schuf der Imperialismus 20 künstliche Staaten, die zum großen Teil noch bis heute bestehen. Neben der Aufteilung der Kolonialgebiete ging es darum, die Völker zu zersplittern, um sie somit beherrschbar zu machen.

Nach dem zweiten Weltkrieg stand die arabische Welt im Zeichen der Auseinandersetzungen zwischen dem westlichen Imperialismus und der Sowjetunion. Wir werden sehen, dass der islamische Fundamentalismus hier systematisch als Waffe im Kampf gegen den kommunistischen Einfluss sowie die Entstehung säkularer arabisch-nationalistischer Regimes genutzt wurde.

Doch auch heute, 30 Jahre nach dem Fall der Sowjetunion, handelt es sich in Westasien um ein besonders umkämpftes Gebiet. Dies liegt sowohl an seiner geostrategischen Lage im Bezug auf Handelswege zu Land, zu Wasser und in der Luft, als auch an seinen massiven Öl-Vorkommen. Öl ist nach wie vor ein zentraler Rohstoff der kapitalistischen Ökonomien. Die Kontrolle der Ölvorräte hat daher eine erstrangige strategische Bedeutung im imperialistischen Konkurrenzkampf um die Weltherrschaft. 

In Westasien und Nordafrika haben die meisten Staaten heute eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung. Dabei sollte bewusst sein, dass die zahlenmäßig meisten Muslime nicht in dieser Region sondern in Indonesien (12,9 %), Indien (10,3 %) und Bangladesch (9,3 %) leben.3 Dennoch wird heute in der öffentlichen Debatte Islam und islamischer Fundamentalismus aufgrund der oben beschriebenen strategischen, ökonomischen und geopolitischen Bedeutung vor allem im Bezug auf Westasien diskutiert. 

Auch wenn der Islam als ganzes heute in Westasien Einfluss auf nahezu jede Regierung und Bewegung hat, wollen wir uns im folgenden besonders mit den Bewegungen und Staaten des islamischen Fundamentalismus auseinandersetzen. Der religiöse Fundamentalismus fordert, die Religion nicht nur als private Glaubensfrage zu betrachten, sondern die getreue Umsetzung der religiösen Glaubenssätze als gesamtes System auf allen Ebenen des Lebens: ökonomisch, politisch, kulturell – er ist eine politische Kampfideologie. Dabei gilt es jedoch darauf zu achten, diese politische Ideologie nicht mit der gesamten Religion des Islams gleichzusetzen, da es sich immer nur um eine Form der Interpretation der geistlichen Überlieferungen handelt. Diese Interpretation hat, wie wir sehen werden, nicht nur theologische, sondern oftmals sehr konkrete Klasseninteressen als Hintergrund. 

Im folgenden werden wir vier Beispiele untersuchen, bei denen der islamische Fundamentalismus eine bedeutende Rolle in Westasien gespielt hat oder immer noch spielt: Saudi-Arabien und der Wahhabismus, die Muslim-Bruderschaft, die „islamische Revolution“ 1979 im Iran und der „Islamische Staat“ heute.

Saudi-Arabien und der Wahhabismus

Der islamische Fundamentalismus hat im wesentlichen zwei Entwicklungsstränge. Den schiitischen und den sunnitischen Fundamentalismus. Der wichtigste Entwicklungsstrang des sunnitischen, islamischen Fundamentalismus ist der Wahhabismus. 

Der Wahhabismus geht auf Muhammad ibn Abd al-Wahhab (1703-1792) zurück. Al Wahhab war stark durch die Schriften des Gelehrten Taqi al-Din ibn Taimiya (1262-1328) beeinflusst. Er vertrat die Ansicht, dass nur die ersten drei Generationen der Muslime dem richtigen Weg folgten.4 Diese werden auch als „Salaf“ (Vorfahren) bezeichnet, woraus sich der heutige gebräuchliche Begriff des Salafismus ableitet.

Al Wahhab vertrat die buchstäbliche Auslegung des Koran, die Aufwertung der streng konservativen Strömung der Hanbaliten als einzige Repräsentanten des „wahren Islam“, die systematische Säuberung der Gesellschaft von allen nicht-islamischen Elementen, eine extreme Ablehnung gegenüber allen anderen Strömungen des Islam, die nicht nur als Ungläubige, sondern sogar als Abtrünnige betrachtet werden, sowie den bewaffneten und offensiven Djihad.

Schon von Beginn an sah Wahhab die mobilisierende Wirkung dieser Ideologie. So tat er sich mit dem Feudalherren Muhammad ibn Saud zusammen, um gemeinsam die arabische Halbinsel (die damals Teil des Osmanischen Reiches war) unter islamisch-fundamentalistischer Flagge zu erobern und ein Königreich aufzubauen. Der erste Versuch scheiterte nach einigen Jahren, doch der zweite Versuch gelang. 

Mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches nutzte die Familie der Saud den Wahhabismus als ideologisches Werkzeug, um die fragmentierten Stämme zusammen zu schweißen und unter islamisch-fundamentalistischer Flagge zur Eroberung der heiligen Städte von Mekka und Medina sowie dem umliegenden Gebiet zu mobilisieren.5Der islamische Fundamentalismus wurde hier als allumfassender arabischer Nationalismus durch die feudale Herrscherdynastie des Clans der Saud genutzt, um sich gegen die konkurrierende, jedoch zerfallende, herrschende feudale Klasse im Osmanischen Reich durchzusetzen. Auf diese Weise eroberte das saudische Königshaus in den 1920er Jahren weite Teile Zentralarabiens und gründete dort 1932 offiziell das Königreich Saudi-Arabien. Der Wahhabismus wurde zur Staatsreligion erhoben. 

Saudi-Arabien heute

Heute ist die Klassenbasis dieses Regimes eine besondere Verbindung von reaktionären Teilen der nationalen Bourgeoisie mit Großgrundbesitzern und religiösen Führern. Der islamische Fundamentalismus agiert dort als Staatsideologie. Er nimmt die Form eines religiösen Nationalismus (ähnlich dem europäischen Nationalismus eines „christlichen Abendlandes“) an, um die Interessen als aufstrebender kapitalistischer Staat durchzusetzen und das Volk dafür zu mobilisieren. Nach innen hat diese Ideologie die Aufgabe, die Klassenunterschiede zu verschleiern. Ziel ist die Errichtung einer besonders brutalen, reaktionären und theokratischen Gesellschaft, die jegliche fortschrittliche ArbeiterInnenbewegung unterdrücken kann.6 Saudi-Arabien nutzt den islamischen Fundamentalismus auch um seinen Einfluss in der Region auszubauen. So stellt das saudische Regime den König als Anführer aller Muslime dar. Dabei kann sich das Land auch den Umstand zu nutze machen, dass sich mit Mekka und Medina hier zwei der wichtigsten heiligen Stätten des Islam befinden. So sieht sich Saudi-Arabien nicht nur als Hüter der Kaaba, der Pilgerstätte in Mekka, sondern als Statthalter des Islam insgesamt an. 

Für die ideologische Verbreitung des islamischen Fundamentalismus in Westasien ist Saudi-Arabien der wichtigste Akteur überhaupt gewesen. Alleine während der Amtszeit von König Fahd (1982-2005) flossen 87 Milliarden US-Dollar staatlicher Gelder in die Finanzierung von 210 islamischen Zentren, 1500 Moscheen, 202 Hochschulen und 2000 Koran-Schulen in solch unterschiedlichen Ländern wie z.B. Pakistan, Nigeria, Bosnien, Tschetschenien, Kanada, USA und Großbritanien. Auch djihadistische Organisationen wurden und werden systematisch gefördert – dazu später mehr.

Im Falle Saudi-Arabiens agiert der islamische Fundamentalismus nicht in Form einer politischen Bewegung oder als Organisation, sondern als Staat, der seine eigene Gründungsideologie, den Wahabbismus, verbreitet, um seinen Einfluss zu halten und zu erweitern. 

Ermöglicht wurde diese Strategie insbesondere durch den Ölreichtum. So besaß Saudi-Arabien über lange Zeit die größten bekannten Erdölvorkommen der Welt. Heute teilt es sich den Spitzenplatz mit Venezuela. Die herrschende Familiendynastie Saudi-Arabiens arrangierte sich früh mit dem US-Imperialismus, der nach dem Zweiten Weltkrieg zur unangefochtenen wirtschaftlichen Weltmacht und zum größten Öl-Importeur der Welt aufstieg. Aufgrund der fehlenden Industrie befand sich Saudi-Arabien in neokolonialer Abhängigkeit vom US-Imperialismus. Im Gegensatz zu anderen Neo-Kolonien ist diese Abhängigkeit jedoch relativ, da wechselseitig. So konnte Saudi-Arabien trotz seiner Abhängigkeit eigene politische Projekte wie die Verbreitung seiner Staatsideologie durchführen – in Kooperation mit und Billigung durch die USA. So freute sich Präsident Eisenhower darüber, dass der erste König Saudi-Arabiens Ibn Saud „alle Araber aufgefordert hat, gegen den Kommunismus zu kämpfen.“ Noch heute verbindet eine strategische Partnerschaft Saudi-Arabien und den westlichen Imperialismus.

Das Beispiel Saudi-Arabien zeigt, wie der islamische Fundamentalismus historisch als Ideologie von lokalen Herrscherklassen entstanden ist. Diese nimmt auch heute im Zeitalter des Imperialismus, so wie bei ihrem Gründer Mohammed 1400 Jahre zuvor, die Rolle einer Eroberungsideologie ein. Gleichzeitig können wir sehen, dass sich vermeintlich anti-westliche Propaganda aus Sicht der nationalen Bourgeoisie sehr gut mit der Unterordnung unter den Imperialismus vereinbaren läßt.

Die Muslimbruderschaft 

Mit der Gründung der Muslimbruderschaft 1928 in Ägypten wurden die Vorstellungen der Salafisten erstmals zum Programm einer politischen Bewegung. Die Muslimbruderschaft war die erste sunnitische, islamisch-fundamentalistische Organisation, die keinen eigenen Staat hatte. Ihre Bedeutung schätzt die „Bundeszentrale für politische Bildung“ als historisch sehr hoch ein: „Bis heute sind die Muslimbrüder für den Islamismus das, was die Bolschewiki für die kommunistische Bewegung des 20. Jahrhunderts waren: der ideologische Bezugspunkt und der organisatorische Kern, der alle nachfolgenden Tendenzen von Khomeini bis Bin Laden maßgeblich inspirierte und bis heute inspiriert.“7

Ideologisch zeichnete sich die Muslimbruderschaft dadurch aus, den Islam als ein allgemeingültiges und nicht mehr allein auf die Religion beschränktes System zu präsentieren. So erklärte Hasan al-Bannā, der Gründer der ägyptischen Muslimbruderschaft, bei der fünften Konferenz seiner Organisation im Januar 1939: „Wir glauben, dass die Prinzipien und Lehren des Islams umfassend sind und die Angelegenheiten der Menschen im Diesseits und Jenseits regeln. Diejenigen, die annehmen, dass diese Lehren allein die gottesdienstliche oder spirituelle Seite behandeln, sind im Unrecht, denn der Islam ist Bekenntnis und Gottesdienst, Vaterland und Nationalität, Religion und Staat, Spiritualität und Arbeit, Koran und Schwert.“ 

Prägnanter als in dieser programmatischen Leitidee lässt sich der Unterschied zwischen islamischem Fundamentalismus als politischer Ideologie und dem Islam als einer großen Weltreligon kaum fassen!

In den ersten Jahren ihrer Existenz war die Muslimbruderschaft noch eine sehr kleine Organisation. Ihre Entwicklung beschleunigte sich rasant im Zuge der Bestrebungen der zionistischen Bewegung in Zusammenarbeit mit dem britischen Imperialismus, den Staat Israel in Palästina zu gründen. Im Zuge antijüdischer Kampagnen gegen die zionistische Einwanderung stieg die Zahl der Mitglieder zwischen 1936 und 1938 von 800 auf über 200.000 steil an.

Hintergrund der rasanten Entwicklung war auch eine systematische Unterstützung durch den deutschen Imperialismus. Sowohl ideologisch als auch politisch gab es damals große Überschneidungen zwischen den islamischen Fundamentalisten und den deutschen Faschisten. Man sah nicht nur Marxismus und „Liberalismus” als zu bekämpfende Feinde an, sondern man war sich auch im glühenden Judenhass einig. Die Muslimbruderschaft wurde von 1933 bis 1939 mit Geldern des „Deutschen Nachrichtenbüros“ unterstützt. Aus Zeesen bei Berlin wurden Sendungen auf Arabisch, Türkisch und Persisch über den stärksten Kurzwellensender der Welt gesendet. Die Nazis nutzten die Muslimbrüder zum Ausbau ihrer Vorherrschaft in der zwischenimperialistischen Konkurrenz mit dem britischen Imperialismus, der damals Palästina besetzt hielt.

Wichtiges Verbindungsglied war Mohammed Amin al-Husseini, der „Großmufti von Jerusalem”. Er war selbst Mitglied der faschistischen Schutz-Staffel (SS), sowie Freund der Nazi-Führungskreise rund um Adolf Hitler, den er als einen „von der gesamten arabischen Welt bewunderten Führer“ bezeichnete. Der französische Innenminister erklärte im Mai 1945 rückblickend, al-Husseini sei die „Leitfigur deutscher Spionage in allen muslimischen Ländern“. 

Keine Alternative für die Massen

Nach dem zweiten Weltkrieg hatte sich die Situation im imperialistischen Weltsystem geändert. Für die imperialistische Hegemonialmacht USA stand nun die Sowjetunion im Zentrum der Aufmerksamkeit. Im Kampf gegen ihren Einfluss hatte der US-Imperialismus – ebenso wie im Nachkriegsdeutschland – keine Probleme, dafür auch mit überzeugten Antisemiten und Hitler-Verehrern wie der Muslimbruderschaft zusammenzuarbeiten. Diese war im Jahre 1948 zu einer Massenorganisation mit 500.000 Mitgliedern in mehreren arabischen Ländern herangewachsen. Sie war somit ein wichtiger Machtfaktor im antikommunistischen Kampf für die USA.

Zentrale Person in der Zusammenarbeit mit den USA war Said Ramadan, Schwiegersohn von Hassan al-Banna und Führer der Muslimbruderschaft in Ägypten. 1953 traf er sich mit dem damaligen amerikanischen Präsidenten Eisenhower im Weißen Haus. Bei einem späteren Treffen im September 1957 mit dem Planungsdirektor der CIA, Frank Wisner und John Foster Dulles brachte Eisenhower die strategische Ausrichtung bezüglich der Muslimbruderschaft auf den Punkt: „Wir sollten alles tun, um den Aspekt des „heiligen Kriegs“ zu betonen“.8Als in Ägypten der säkulare arabische Nationalist Gamal Abdel Nasser an die Macht kam und sich dazu entschloss, die Muslimbrüder in Ägypten auszurotten, half die CIA bei der Übersiedlung der führenden Köpfe nach Saudi-Arabien. Dort gingen sie im ganz eigenen Fundamentalismus des wahabbitischen Königreichs auf. Viele schafften es bis in einflussreichste Positionen. Während Saudi-Arabien die Entstehung eines Zweigs der Muslimbruderschaft im eigenen Land mittels Integration und Repression erfolgreich verhinderte, finanzierte es die Bewegung in anderen arabischen Staaten.9

Noch heute ist die Muslimbruderschaft eine der einflussreichsten sunnitischen fundamentalistischen Bewegungen in Westasien. Nach dem arabischen Frühling 2011 kam sie unter anderem in Tunesien (En-Nahda) und Ägypten (Mursi) an die Macht. Sie war jedoch in keinster Weise in der Lage, die Abhängigkeit der arabischen Länder vom Imperialismus zu lösen. Ebensowenig konnte sie die unmittelbaren wirtschaftlichen Bedürfnisse der Massen befriedigen. Somit entzaubert sich die Bruderschaft an der Macht mit ihrem Slogan „der Islam ist die Lösung“ zunehmend selbst.

Heute ist die Muslimbruderschaft ein gutes Beispiel dafür, dass der islamische Fundamentalismus zwar scheinbar unter „antiimperialistischer“ und „volksnaher“ Fahne auftritt, jedoch bereit ist, mit dem Imperialismus und seinen Geheimdiensten direkt zusammenzuarbeiten. Dort wo die Muslimbruderschaft an die Macht gekommen ist, hat sie den Imperialismus nicht bekämpft, sondern sich mit ihm und seinem kapitalistischen Programm arrangiert.

Die „iranische Revolution“ 1979

Neben dem sunnitischen Fundamentalismus Saudi-Arabiens und der Muslimbruderschaft gibt es auch schiitisch-fundamentalistische Bewegungen. 

Die „iranische Revolution“ 1979 zeigt beispielhaft die Rolle des islamischen Fundamentalismus im Bezug auf die Kommunisten. In diesem Jahr feierte der schiitische Fundamentalismus mit der Machtergreifung von Ajatollah Chomeini und dem Sturz des Schahs einen seiner größten Erfolge. 

Der iranische Schah Mohammad Reza Pahlavi war seit dem zweiten Weltkrieg ein zentraler strategischer Partner der USA. 1953 unterstützte er die CIA beim Putsch gegen den iranischen Premier Mossadegh, der die Öl-Industrie verstaatlichen wollte. Die Amerikaner rüsteten den Iran systematisch als Bollwerk gegen die Sowjetunion auf, bis der Schah die viertgrößte Armee der Welt hatte. Noch 1971 wünschte sich Richard Nixon „mehr Politiker mit seinem Weitblick in der Welt […] und mit seiner Fähigkeit, eine Herrschaft auszuüben, die im Grunde […] auf eine faktische Diktatur wohltätiger Art hinausläuft“.

Gegen die brutale Diktatur entstand eine große Bewegung, in der marxistisch-leninistische und maoistische Kräfte, sozialistisch orientierte islamische Kräfte und die schiitischen Fundamentalisten gegen den Schah, aber auch untereinander um die Macht kämpften. Die Mehrheit der linken Parteien und Organisationen schätzten die schiitischen Fundamentalisten damals als „kleinbürgerlich“ und „antiimperialistisch“ ein. Daher sahen sie die Notwendigkeit mit ihnen zusammenzuarbeiten – auch aufgrund ihrer antiimperialistischen Agitation.

Während der Konferenz von Guadaloupe Anfang 1979, an der die Staatsführer der USA, Frankreich, Großbritanien und Deutschland teilnahmen, kündigten die USA an, den Schah fallen zu lassen. Sie gingen davon aus, dass er nicht mehr zu halten sei. Als Alternative kam der bis dahin im Exil lebende Ajatollah Chomeini ins Spiel. Die afghanische maoistische Organisation Afghan-Liberation Organisation (ALO) schätzt es so ein, dass Chomeini zur Macht gekommen ist „auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland und mit der Unterstützung der Armee des Schahs und der Geheimpolizei (SAVAK) – welche beide [nach der Revolution] unangetastet blieben – sowie der mächtigen iranischen Bourgeoisie“.10

Während der islamischen „Revolution“ von 1979 ergriffen islamische, schiitische Fundamentalisten zum ersten Mal erfolgreich die Macht. Nach der Revolution zeigte sich schnell, welche Haltung sie zu der starken linken Bewegung im Land einnahmen und dementsprechend welche Klasseninteressen sie vertraten. In den ersten 10 Jahren ließ das iranische Regime mehr als 20.000 politische Gefangene hinrichten. Alleine während eines Massakers im September 1988 wurden tausende Kommunisten brutal ermordet.

Die Haltung zur nationalen Bourgeoisie

Als KommunistInnen gehen wir davon aus, dass es die Möglichkeit gibt, mit der nationalen Bourgeoisie im Kampf um eine antiimperialistische und antikoloniale demokratische Revolution zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig muss uns bewusst sein, dass ab dem Zeitpunkt, wo die imperialistischen Mächte das Land verlassen müssen, der innere Machtkampf zwischen nationaler Bourgeoisie und ArbeiterInnenklasse in den Vordergrund drängt. Die nationale Bourgeoisie möchte einen nationalen Kapitalismus entwickeln, während die KommunistInnen in Richtung Sozialismus voranschreiten wollen. Ein Kampf um Leben und Tod bricht notwendigerweise zwischen den nun antagonistischen Klassen nach der antikolonialen/antiimperialistischen Revolution aus.

Wir können sehen, dass die Vorbereitung auf die Möglichkeit, dass sich die nationale Bourgeoisie gegen die KommunistInnen richtet, im Iran unterschätzt wurde. Insbesondere hat es an den militärischen Vorbereitungen für eine Selbstverteidigung, geschweige denn für eine Machtübernahme, nach einer erfolgreichen antiimperialistischen Revolution gefehlt. 

Mudschaheddin und
„Islamischer Staat“

Zuletzt wollen wir noch auf den „Islamischen Staat“ (IS) eingehen. Dieser kann mit Recht als Produkt des Imperialismus bezeichnet werden. So finden wir seinen Ursprung in drei massiven imperialistischen Interventionen.

Der Krieg um Afghanistan

Der erste und wichtigste Ursprung des Islamischen Staats beziehungsweise seiner Vorgängerorganisation ist der bewaffnete Widerstand gegen die sowjetische Besatzung in Afghanistan von 1978 bis 1989. 

Am 27. April 1978 putschte die vom sowjetischen Revisionismus beeinflusste „Demokratische Volkspartei Afghanistans“ und rief die „Demokratische Republik Afghanistans“ aus. Im Zuge dessen begannen, gestützt durch den US-Imperialismus, verschiedene Aufstände, die von sunnitischen islamischen Fundamentalisten angeführt wurden. Im September 1979 marschierte die Sowjetunion in Afghanistan ein, um es zu besetzen und dem Einfluss durch den

Afghanischer Mudschahed 1988

US-Imperialismus endgültig zu entreißen. Doch dieser hatte eine Falle gestellt. Bereits am 3. Juli 1979 wurde eine erste Direktive durch den US-Präsidenten Carter über verdeckte Unterstützung von islamischen Guerilla-Organisationen unterschrieben – den Mudschaheddin. Der Nationale Sicherheitsbeauftrage von Carter, Zbigniew Brzezinski, sagte dazu: „Diese verdeckte Operation war eine hervorragende Idee. Sie bewirkte, dass die Russen in die afghanische Falle tappten. Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: „Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern“. Und tatsächlich sah sich Moskau während der folgenden 10 Jahre gezwungen einen Krieg zu führen, den sich die Regierung nicht leisten konnte, was wiederum die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsgebiets zur Folge hatte.“11 Nach dem Einmarsch schickte Brezezinski an Carter abermals ein Memo, in dem er die von ihm empfohlene Taktik umriss: „Um die Rebellen zu unterstützen, sollten wir in den islamischen Ländern einerseits eine Propaganda- und andererseits eine Geheimdienstkampagne in die Wege leiten.“ 

Die Propaganda-Offensive umfasste die massive Förderung von Koran-Schulen in Gesamt-Westasien. In den Koranschulen der Taliban wurden zehntausende Kinder und Jugendliche der Flüchtlingslager nicht nur mit dem Islam in Kontakt gebracht, sondern mit Bildung überhaupt. Stück für Stück wurden sie für den Fundamentalismus gewonnen.

Die Geheimdienstkampagne umfasste die direkte Ausbildung und den Aufbau von fundamentalistischen Organisationen: „Zwischen 1986 und 1992 wurden mehr als 100.000 militante Islamisten in von CIA und MI6 geleiteten Camps ausgebildet, während die SAS zukünftige al-Quida- und Talibankämpfer im Bombenbau und anderen schwarzen Künsten unterwies. Die Führer dieser Truppen wurden währenddessen in einem CIA-Ausbildungslager in Virginia trainiert.“12 Schätzungsweise wurden von den USA zwischen 2 und 6 Milliarden US-Dollar in diese Operation investiert.

Die Niederlage der Sowjetunion in Afghanistan war sicherlich ein wichtiger außenpolitischer Faktor, der zum letztendlichen Zusammenbruch 1990 beigetragen hat. Mit dem Ende des „Kalten Krieges“ brachen zwei Jahrzehnte fast uneingeschränkter westlicher und vor allem US-amerikanischer Dominanz an. Das entstandene Machtvakuum in Westasien wurde durch die westlichen Imperialisten gefüllt. Diejenigen Länder, die sich nicht der völligen neoliberalen Umgestaltung hingaben, wurden unter dem Motto „Freiheit und Demokratie“ überfallen, wie Afghanistan im Jahr 2001 und der Irak im Jahr 2003. Wichtige ideologische Hintergrundmusik dafür war der „Kampf gegen den internationalen Terrorismus“, dessen symbolischer Beginn mit dem Angriff auf die World-Trade-Center am 11. September 2001 festgemacht werden kann. Als Drahtzieher hinter den Anschlägen wurde der islamische Fundamentalist und saudische Multimillionär Osama Bin Laden, Anführer von Al-Qaida ausgemacht – einer Organisation, deren Wurzeln in der islamischen Guerilla in Afghanistan liegen und aus der später der Islamische Staat entstehen sollte.

Der Einmarsch im Irak

Der zweite bedeutsame Ursprung war der imperialistische Eroberungskrieg der USA gegen den Irak im Jahr 2003. Nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein wurde seine säkulare Baath-Partei verboten. Die USA begannen systematisch die Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten zu verstärken. So brachten die Amerikaner den schiitischen Präsidenten Nuri al-Maliki an die Macht, überall wurden Sunniten durch Schiiten ersetzt: „Vom Minister bis zum Schullehrer entließ Paul Bremer [Zivilverwalter der USA im Irak] 700.000 zumeist Sunniten aus der Regierung und dem Staatsdienst. Er löste die 380.000 Mann starke Armee auf, die zu 80 % aus Sunniten bestand. Durch Bremers Aktionen verloren eine Million irakische Sunniten Rang, Vermögen, Reichtum und Macht.“13Dies führte zu zweierlei: Auf der einen Seite bestand nun eine entmachtete ehemalige lokale Herrscherklasse, die sich wie jede gestürzte herrschende Klasse auf die Suche nach neuen Wegen machte, um ihre Macht wieder zu erlangen. Auf der anderen Seite entstand ein sunnitischer djihadistischer Widerstand gegen die Besatzung, der sich selbst „Al Qaida im Irak“ nannte. Beides kam dann in den US-Gefängnissen zusammen. Hier trafen sich ehemalige hochrangige irakische Generäle und überzeugte Djihadisten. Von 25 Personen des obersten Führungskaders des IS waren 17 ab 2004 im US-amerikanischen Gefängnis Camp Bucca im Südirak inhaftiert, unter anderem der „Kalif“ al-Baghdadi. Zwar konvertierten die Generäle aus der ehemaligen säkularen Baath-Partei zum Islam, doch ist es fraglich, wie viel religiöse Überzeugung dahinter steckt. Letztlich erkannten sie im islamischen Fundamentalismus eine Ideologie, die sie nutzen konnten, um ein auf Öl, Raub und Sklaverei basierendes islamisches Kalifat aufzubauen, welches unter ihrer Herrschaft steht. 

Der Syrienkrieg

Entscheidender Katalysator für die sprunghafte Entwicklung des Islamischen Staats ist der imperialistische Stellvertreterkrieg um Syrien gewesen. Hierbei handelt es sich letztlich um einen Kampf, in dem die großen imperialistischen Staaten USA, EU, Russland und China jeweils im Verbund mit den mit ihnen verbündeten Regionalmächten um die Neuaufteilung Westasiens kämpfen – wobei die lokalen Mächte auch noch ihre unmittelbaren eigenen Interessen vertreten. Wichtiger Anstoß für die USA, einen Regime-Change in Syrien vorzubereiten, war die Ablehnung der Quatari-Öl-Pipeline quer durch Syrien im Jahr 2009 durch Bashar al-Assad. Enthüllungen von Wikileaks zeigen, dass kurz nach dieser Entscheidung die CIA begann, oppositionelle Gruppen in Syrien zu finanzieren.14 Die Proteste, die sich in Syrien 2011 als Teil der demokratischen Aufstände des arabischen Frühlings entwickelten, wurden von den USA instrumentalisiert, um so bald wie möglich einen Putsch in Syrien durchzuführen. Doch Russland konnte dies nicht zulassen, ohne seinen Einfluss in der Region einzubüßen, weshalb es das Regime stützte. Somit ging der Aufstand nicht in einen kurzen Putsch über, sondern mündete in einen Krieg. 

Zu Beginn des Syrienkriegs wurden die djihadistischen Organisationen „al-Nusrah“ und „Al-Qaida im Irak und der Levante“ sowie weitere Organisationen systematisch insbesondere durch die Türkei, Saudi Arabien und Katar bewaffnet und finanziert. „Katar, das am meisten zu gewinnen hatte, investierte drei Milliarden Dollar in den Aufbau des Aufstands und lud die USA ein, Aufständische in den US-Militärbasen in Katar zu trainieren. Gemäß eines Artikels von Seymour Hershs aus dem April 2014 wurde die Rattenlinie der CIA für den Waffennachschub von der Türkei, Katar und Saudi Arabien finanziert.“15Vor allem der Direktor des Geheimdienstes Saudi-Arabiens, Prinz Bandar ibn Sultan hat großzügig Spenden an den Islamischen Staat in Irak und in Syrien weitergeleitet. Als Riad im April 2014 erkannte, dass der IS auch ein Auge auf Saudi-Arabien geworfen hatte, wurde Prinz Bandar entlassen.16Doch auch die offiziellen westlichen Finanzierungen der „Freien Syrischen Armee“ (FSA) halfen bald direkt den Djihadisten. Die FSA war in hunderte von verschiedenen Milizen gruppiert, meistens von militanten Fundamentalisten oder ihnen nahestehenden kommandiert – denn diese waren die engagiertesten und effektivsten Kämpfer. Viele von ihnen schlossen sich der Organisation Al-Qaida im Irak an, welche bald die Grenzen vom Irak nach Syrien überquert hatte.

Der Islamische Staat und seine Anziehungskraft

Den irakischen Generälen und djihadistsichen Milizen gelang es, Terrorismus, den Guerillakampf und die konventionelle Kriegsführung zu verschmelzen, was den Islamischen Staat militärisch so erfolgreich machte. Die Erfolge, die er auf dem Schlachtfeld feierte, verliehen ihm eine immense Glaubwürdigkeit. Schließlich ist es ihm gelungen, die künstliche Grenze zwischen Syrien und dem Irak aufzulösen, die im Sykes-Picot-Abkommen festgelegt worden war. Dies war etwas was „die Parolen schwingenden Partisanen des Marxismus, des Ba‘athismus und des Panarabismus in den 100 Jahren dazwischen nie schafften.“17

In den eroberten Gebieten gelang es ihnen, einen Staat aufzubauen und zeitweise stabil aufrecht zu erhalten, was dem Islamischen Staat einigen Zuspruch brachte, ganz ähnlich wie den Taliban nach dem Bürgerkrieg in Afghanistan.18 Die militärischen und „gesellschaftlichen“ Erfolge führten zu einer starken Anziehungskraft. Als arabische Jugendliche 2016 dazu befragt wurden, warum sich ihrer Meinung nach Menschen ihrer Altersgruppe dem Islamischen Staat anschließen, ergab diese Umfrage folgende Ergebnsse: 24 Prozent der befragten 18-24 Jährigen gab an, Arbeitslosigkeit sei der wichtigste Faktor, 17 Prozent nannten konfessionelle Konflikte; 15 Prozent glaubten, die Extremisten stellten sich unerwünschten säkularen und liberalen Einflüssen aus dem Westen entgegen; 13 Prozent sahen die mangelnde Gerechtigkeit für die Palästinenser als ausschlaggebenden Faktor.

Der Islamische Staat erschien nicht nur in seiner Theorie, sondern auch in der Praxis als greifbare umfassende „Alternative“: Befreiung von imperialistischer Besatzung, ökonomischem Raubbau und kultureller Unterwerfung sowie korrupten Regimes, welche die Probleme der Bevölkerung nicht lösten – bei gleichzeitiger fundamentalistischer Lösung der „religiösen Probleme“ (Fremdherrschaft durch „ungläubige“ Christen oder auch Schiiten, Unterdrückung der Palästinenser durch „Juden“). Diejenigen die kein Brot hatten, lockte der Islamische Staat mit der Möglichkeit, doch noch etwas zu erreichen. Hinter seiner scheinbar antiimperialistischen Fassade steckt jedoch kein Befreiungsprojekt, sondern ein reaktionäres Aufbauprojekt.

Der Islamische Staat trat in das Machtvakuum, welches innerhalb von Syrien entstanden war und errichtete ein Kalifat. Nicht zufällig wurden durch den Islamischen Staat genau die Regionen besetzt, die die vorgeschlagene Route der Katar-Pipeline umfassen.

Der Islamische Staat – ein Öl-Kartell

Die Entstehung des Islamischen Staats und sein Weg wurden zu Beginn aktiv von den USA und ihren Verbündeten gefördert. Dabei folgten sie der Strategie der „kreativen Zerstörung“: Lieber einen Bereich in Zerstörung und Chaos halten als ihn der Kontrolle der imperialistischen Rivalen zu überlassen. Es wäre jedoch falsch, den IS einfach als Marionette zu bezeichnen – denn seine Führer haben ihre eigenen Interessen. So ging es der entmachteten irakischen Herrscherklasse, die sich darin wiederfindet, darum, einen neuen kapitalistischen Staat zu gründen, der sich erst einmal durch Öl und Plünderungen finanziert. Dazu Tim Clemente, der von 2004-2008 die FBI Joint Terrorism Task Force führte und im Irak als Verbindung zwischen dem FBI, der irakischen Nationalpolizei und dem US-Militär diente: „Man muss sich ISIS wie ein Öl-Kartell vorstellen. Letztendlich ist das Geld die regierende Rationale. Die religiöse Ideologie ist ein Instrument, dass seine Soldaten inspiriert um ihr Leben für ein Öl-Kartell zu geben.“19Die fundamentalistische Ideologie war dabei besonders radikal und ausgeprägt, um sich gegenüber anderen djihadistischen Gruppen absetzen zu können. Denn wer quasi alle anderen als Abtrünnige bewertet, kann sie bekämpfen und somit seine Alleinherrschaft durchsetzen. Auch wenn der Islamische Staat dies auf die Spitze treibt, so sind islamische Fundamentalisten auch anderenorts verfeindet.

Der Islamische Staat kann heute als Beispiel dafür dienen, wie der islamische Fundamentalismus einerseits durch direkten Aufbau, wie auch durch Kriege des Imperialismus hervorgebracht wird und wie er andererseits von lokalen Herrscherklassen genutzt wird, um eine eigene Machtstellung als herrschende Klasse zu errichten.

Zusammenfassung und Einschätzung 

Der islamische Fundamentalismus war schon früh Thema innerhalb der kommunistischen Weltbewegung. In seinem „Ursprünglichen Entwurf der Thesen zur nationalen und kolonialen Frage“ für den Zweiten Kongress der Kommunistischen Internationale (1920) analysierte Lenin den „Panislamismus“ als eine zu bekämpfende Strömung, welche die „Befreiungsbewegung gegen den europäischen und amerikanischen Imperialismus mit einer Stärkung der Positionen der Khans, der Gutsbesitzer, Mullahs usw. verknüpfen“ wolle.20Wir können sehen, dass diese Einschätzung korrekt war und er diese Rolle auch danach eingenommen hat.

So ist er entstanden als ein arabischer Nationalismus, der zur Durchsetzung der Interessen der Feudalherren und entstehenden nationalen Bourgeoisien in den Semi-Kolonien genutzt wurde. Er hat sich weiterentwickelt als Bewegung des Kampfes gegen die Kolonisierung. Dabei stand er in direkter Konkurrenz zum wachsenden Einfluss der MarxistInnen. In Form der Muslimbruderschaft näherte er sich ideologisch und konkret dem Nazi-Faschismus an und wurde von ihm für seine imperialistischen Interessen ausgenutzt. Nach 1945 wurde der islamische Fundamentalismus direkt vom Imperialismus als „Schein-Befreiungsbewegung“ gegen den säkularen arabischen Nationalismus, gegen die Sowjetunion und die KommunistInnen in den westasiatischen Ländern aufgebaut. Dessen Scheitern machte er sich zu Nutze. Er stellte beides als Ausdruck des Atheismus dar – nur der islamische Fundamentalismus sei ein gangbarer „dritter Weg“ zwischen Kommunismus und Kapitalismus. So konnte er sich noch stärker als früher als wirkliche Alternative darstellen, die auch auf die Massen anziehend ist. Insbesondere seit den 1980er Jahren wurde dann der djihadistische Fundamentalismus durch den Imperialismus in Kooperation mit Saudi-Arabien und anderen reaktionären Herrscherklassen systematisch aufgebaut, um den Sowjeteinfluss entgültig aus der Region zu verbannen. In diesem Zuge entstanden die organisatorischen und ideologischen Vorläufer von fundamentalistischen Organisationen wie „Al-Qaida“ und „Islamischer Staat“. 

Mit dem Ende der Sowjetunion und dem Beginn des globalen „Krieg gegen den Terror“ veränderte sich seine Rolle. Auf der einen Seite fungierte er in Form des djihadistischen Fundamentalismus als neues Feindbild für den imperialistischen Feldzug in Westasien. In dieser Situation wird er dann auch gezwungen, direkt gegen den Imperialismus zu kämpfen, was jedoch nicht zwingend der Strategie der Imperialisten widersprechen muss („kreative Zerstörung“). Auf der anderen Seite sind und bleiben fundamentalistische Staaten weiterhin zentrale Alliierte des Imperialismus in der Region. 

Nicht jede Bewegung, in der der Islam eine Rolle gespielt hat, können wir als reaktionär bezeichnen.

Wir können sehen, dass es auch sehr fortschrittliche Islam-Gläubige in der Geschichte gegeben hat. So haben viele Muslime an der Seite der Bolschewiki gekämpft; genauso wie während der Gezi-Proteste in der Türkei „antikapitalistische Muslime“ aktiv waren. Ähnliches finden wir auch bei anderen Religionen. 

Wenn wir uns jedoch die wichtigsten Bewegungen und Staaten anschauen, deren ideologisches Gewand der islamische Fundamentalismus ist, können wir sehen, dass er im wesentlichen immer wieder eine Rolle eingenommen hat, ein Gegengewicht gegen die fortschrittlichen Bewegungen zu bilden. Er ist nicht spontan aus authentischen religiösen Gefühle der Unterdrückten entstanden, sondern hinter seiner Phantasieform standen und stehen materielle Interessen von Herrschaftsklassen. 

Gerade heute können wir beobachten, dass der islamische Fundamentalismus eine faschistische Ideologie ist, die von den reaktionärsten Teilen der lokalen Bourgeoisien und der imperialistischen Bourgeoisien verschiedener Großmächte für ihre Ziele ausgenutzt wird. Durch die Zerstörung der kommunistischen und nationalen Bewegungen wird der islamische Fundamentalismus zum Teil des Imperialismus und absorbiert das Widerstandspotenzial der Völker. In so einer Situation können sich islamische Fundamentalisten dann auch manchmal gezwungen sehen, militärisch gegen den Imperialismus zu kämpfen. Im Wesentlichen dient jedoch das eine dem anderen.

Gleichzeitig zeigt er, dort wo er an der Macht ist, immer mehr eine Unfähigkeit, die Bedürfnisse der Massen zu befriedigen. Dies wirft ihn zunehmend zurück und eröffnet Lücken für einen neuen Anlauf zum Aufbau einer alternativen, sozialistischen Kampflinie unter den ArbeiterInnen und Unterdrückten Westasiens.

1 Im deutschsprachigen Raum wird auch oft von „Naher“ und „Mittlerer Osten“ gesprochen. Da es sich dabei um eurozentristische Begriffe handelt (die von Europa als Mittelpunkt der Welt ausgehen) nutzen wir die unserer Meinung nach korrekteren Begriffe Westasien oder Nordafrika

2 Glauben an einen höchsten Gott, was jedoch im Unterschied zum Monotheismus der abrahamitischen Religionen die Verehrung anderer untergeordneter Götter nicht prinzipiell ausschließt.

3 Die zehn Länder mit dem größten Anteil an der muslimischen Weltbevölkerung sind Indonesien (12,9 %), Pakistan (11,1 %), Indien (10,3 %), Bangladesch (9,3 %), Ägypten und Nigeria (jeweils 5 %), Iran und Türkei (jeweils 4,7 %) sowie Algerien (2,2 %) und Marokko (ca. 2 %). In ihnen zusammengenommen leben mehr als zwei Drittel aller Muslime.

4 Er bezieht sich dabei auf den Ausspruch des Propheten Mohammed: „Die besten meiner Umma [muslimischen Gemeinschaft] sind diejenigen in meiner Epoche, dann diejenigen, die nach ihnen folgen, dann diejenigen, die nach ihnen folgen.“

5 .Madawi Al-Rasheed, Wahhabi religious nationalism turns ugly, http://www.politico.eu/article/wahhabi-religious-nationalism-turns-ugly-mecca/

6 Die Tatsache, dass die saudische Königsfamilie Osama bin Laden 1996 darum bat, offiziell zu bestätigen, dass der König ein „wahrer Muslim“ sei, und dass sie ihm als Belohnung für dieses Statement anbot, das auf seinen Konten eingefrorene Vermögen von rund 200 Millionen US-Dollar zu verdoppeln, bewies recht eindrücklich, wie sehr das saudische Königshaus der religiösen Legitimierung bedurfte

7 http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41452/islamismus-und-neonazismus

8 Kennedy, http://www.politico.eu/article/why-the-arabs-dont-want-us-in-syria-mideast-conflict-oil-intervention/

9 Atwan, Das digitale Kalifat, S. 244

10 Afghanistan Liberation Organization, CPI (M) and Fundamentalism

11 Le noivel Observateur“ Nr 1732, 15-21 Januar 1998, S. 76

12 Abdel Bari Atwan, Das Digitale Kalifat, S. 246

13 Kennedy, http://www.politico.eu/article/why-the-arabs-dont-want-us-in-syria-mideast-conflict-oil-intervention/

14 Ebd.

15 Ebd.

16 Abdel Bari Atwan, Das Digitale Kalifat, S. 266

17 Ebd.

18 Ebd., S. 203

19 Dies zeigen auch die Geheimdokumente von Haji Bakr. Dazu der SPIEGEL: Er schuf den „Masterplan zur Machtübernahme in Syrien, baute ein Spitzelnetz auf, installierte den selbst ernannten Kalifen: Haji Bakr war der wichtigste IS-Stratege, die Religion nutzte er nur als Mittel zum Zweck.”

20 Lenin, “Ursprünglicher Entwurf der Thesen zur nationalen und kolonialen Frage”, LW 31, S. 137

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