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Stellungnahme zur sexualisierten Gewalt insbesondere gegen Frauen in unserer Gesellschaft

Sexismus ist die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts.

Sexismus dient in der bürgerlichen Gesellschaft zur Benachteiligung, Verfolgung, Unterdrückung von Menschen aufgrund des Geschlechtes oder biologischer Merkmale.

Sexismus und sexuelle Gewalt sind unabhängig von Nationalität und Religion.

Was ist sexualisierte Gewalt?

Täter wollen ihre Opfer machtlos sehen und erleben, sie verachten ihr Opfer, sie zerstören die Persönlichkeit, sie demütigen, sie üben Macht aus, ihnen bringt die Ausübung von sexualisierter Grausamkeit gegen Menschen einen Kick.

Sexualisierte Gewalt umfasst alle Formen sexueller Handlungen, die gegen den Willen der Opfer durch körperliche Gewalt erzwungen werden.

Sexuelle Gewalt ist ein direkter Angriffe gegen das Geschlecht.

Vergewaltigung ist die extremste Form von sexueller Gewalt.

Vergewaltigung ist ein Verbrechen gegen die Menschheit.

Die Situation in der Vergewaltigung stattfindet wird als lebensbedrohlich empfunden, deswegen entwickelt sich bei den Opfern eine Todesangst.

Sexualisierte Gewalt hat niemals was mit Sex zu tun.

In der Mehrheit sind es Männer, die Frauen und Mädchen sexualisierte Gewalt an tun.

Alle Frauen und Mädchen können betroffen sein, es gibt kein Halt vor Alter oder Aussehen.

Es gibt kein Verhalten, dass eine Vergewaltigung ausschließen kann.

Gesellschaftliches Denken und Mythen über Vergewaltigung

Vorurteile, Gerüchte, Mythen, Vorverurteilung und Fehleinschätzung nähren sich von einem frauenfeindlichen, sexistischen gesellschaftlichen Bild über die Frau in der bürgerlichen Gesellschaft. Frauen werden mit Schuldzuweisungen und Vorwürfen konfrontiert, ihre Glaubwürdigkeit wird in Frage gestellt.

Die Denkweise, wonach sexuelle Gewalt oder Missbrauch und Vergewaltigung etwas mit Sexualität zu tun habe, wird in patriarchalen Gesellschaften noch breit gepflegt, bei Männern und bei Frauen. Dieses Denken stützt ein Recht der Männer auf „sexuelle Privilegien“.

In unserer Gesellschaft wird die Rolle, das Denken und die Stellung über die Frau immer noch durch männliche Machtstrukturen bestimmt, dem Patriarchat. Das heißt Männer sind Frauen gegenüber überlegen und Frauen sind den Männern unterlegen.

Patriarchat steht für Männerherrschaft, für die Vormachtstellung in allen gesellschaftlichen Strukturen wie Wirtschaft, Politik, Medien, Polizei, Juristen, Medizin, Kirche usw.

Mythen dienen dazu diese Machtstrukturen aufrecht zu erhalten. Um ihre Überlegenheit aufrecht zu erhalten, haben Männer Mythen über den weiblichen Charakter und deren Psyche erfunden.

Beispiele für Mythen:

Jede Frau hat einen geheimen Wunsch vergewaltigt zu werden. Eine Frau, die vergewaltigt wird, genießt es. Frauen sind aufreizend gekleidet oder verhalten sich aufreizend, sie provozieren eine Vergewaltigung. Frauen sind mitschuldig oder willigen ein, weil sie sich nicht wehren oder verteidigen. Vergewaltigung kann auch lustvoll sein. Vergewaltigung sieht man einer Frau an. Frauen lügen, sie wollen Täter schädigen oder sich rächen, wenn sie z.B. Anzeige erstatten. Vergewaltigung findet durch Fremde statt. Vergewaltiger sind psychisch krank. Triebtäter sind einer sexuellen Begierde verfallen oder hilfloses Opfer ihres Sexualtriebes. Vergewaltigung ist Ausdruck von männlicher Persönlichkeit.

Wo findet sexualisierte Gewalt statt ?

Sexualisierte Gewalt findet überall in der Gesellschaft statt. In der Ehe, in der Familie, in der Kita, in der Schule, in der Uni, auf der Arbeit, im Sport, in Vereinen, in politischen Gruppen und Parteien, im Parlament, in der Medizin, auf der Straße, in der Kirche, bei Festnahmen und im Gefängnis, im Verborgenen und in der Öffentlichkeit.

Zeigt ein Opfer eine Vergewaltigung an führt der Zwang des Verhörs, nämlich eindeutige, sichtbare Beweise einer Vergewaltigung zu erbringen und die Tat im Detail darzustellen oft zu Situationen, als ob die Vergewaltigung wiederholt wird. Mythen tragen dazu bei, dass Vernehmungen die durch Männer geführt werden, die Opfer in Situationen drängen, wo sie sich und ihr Verhalten verteidigen müssen. Sie geraten in Situationen in denen die Schuldfrage, die Frage von Täter und Opfer verdreht werden können. In diesem Sinne kann ein Raum, in dem Vernehmungen stattfinden und Gerichte Urteile sprechen, zum Tatort werden.

Grundsätze die wir einnehmen

Sexualisierte Gewalt und insbesondere Vergewaltigungen sind keine „einfachen Delikte, die halt überall mal vorkommen“, sondern ein schweres Verbrechen, die Täter sind Verbrecher.

Die Form der sexuellen Gewalt ist ein Angriff, der auf die Zerstörung und Erniedrigung der gesamten Persönlichkeit zielt.

Es gibt kein typisches Opferverhalten, jedes Verhalten ist ein Schutzmechanismus.

Angst vor Stigmatisierung, wiederholter Demütigung, in Frage stellen der Glaubwürdigkeit und Schuldzuweisungen von Freunden, Verwandten, Polizei, Ärzte oder Pfaffen fördern, dass die Opfer sich selber in Frage stellen und eher die Tat verschweigen.

Sexualisierte Gewalt ist unabhängig von Nationalität und Religion.

Sexuelle Gewalt und Vergewaltigung findet in der Mehrheit im sozialen Umfeld der Betroffenen statt. Täter sind: Freunde, Ehemänner, Partner, Väter, Brüder, Arbeitskollegen, Lehrer, Nachbarn usw. darum werden Schutzräume zu Tatorten.

Das oben ausgeführte Denken und die Pflege von frauenfeindlichen, sexistischen Mythen innerhalb unserer Gesellschaft wird durch staatliche Institutionen, Politik, Medien und der katholischen sowie der evangelischen Kirche aufrecht erhalten, solange es gilt, dass die patriarchalen Strukturen notwendig sind, um den Kapitalismus zu schützen.

Das zu durchbrechen heißt:

Das gesellschaftliche Denken über die Rolle der Frau in der Gesellschaft radikal zu ändern.

Den Kapitalismus ab zu schaffen, um über einen Staat, in der die Menschheit den höchsten Wert hat und nicht das Kapital, die völlige Gleichstellung der Frau mit dem Mann in allen gesellschaftlichen und sozialen Belangen zu erreichen. Ein solcher Staat kann nur die Diktatur des Proletariats, der sozialistische Staat sein, wo in einem langen Prozess der Um- und Selbsterziehung die Voraussetzungen für das völlige Verschwinden des Geschlechterwiderspruchs als Unterdrückungsverhältnis geschaffen werden müssen. Mit dem Übergang zum Kommunismus werden dann jede Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen und damit die Klassen- wie Geschlechterunterdückung vollständig verschwinden.

Was ist positive Sexualität?

Alle die beteiligt sind, wollen miteinander Sexualität leben. Es ist eine Stimmung gegeben in der alle Beteiligten jeden Moment aussteigen können, wenn sie nicht mehr wollen oder genug haben. Es gibt weder verbalen bzw. psychischen noch körperlichen Druck oder Zwang. Es wird nichts praktiziert, was gegen den Willen des/der anderen gerichtet ist. Es gibt keine negativen Beurteilungen, Wertungen, Frust, Gemeinheiten zur eigentlichen Handlung oder Ablehnung von Handlungen. Ein Nein ist ein Nein und wird niemals in Frage gestellt und muss nicht erklärt werden. Akzeptanz, Respekt, gute Gefühle bei allen Beteiligten sind leitend.

Eine solche positive Sexualität ist auch unter den heute gegebenen Bedingungen kapitalistischer Produktionsverhältnisse und patriarchaler Machtstrukturen möglich. Ihre Verwirklichung hängt ausschließlich von unserem Willen und unserer Handlungen ab, die wir durch eine kritische Reflektion unseres Denkens und Fühlens beeinflussen können.

Sie ist nicht zu verwechseln mit einer Befreiung der Sexualität, die genauso wenig wie ein befreites Leben in einer unfreien Gesellschaft möglich ist und daher zukünftigen Generationen vorbehalten bleiben wird.

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