Vor elf Jahren, am 20. Juli 2015, ermordete ein faschistischer Attentäter des „Islamischen Staats“ (IS) 33 Genoss:innen und verwundete über 100 weitere an der türkisch-syrischen Grenze. Sie hatten sich auf den Weg zur Mithilfe beim Wiederaufbau der kurdischen Stadt Kobanê befunden und waren noch in der Türkei, in der Stadt Suruc, unweit der Grenze. Kobanê wurde wenige Monate zuvor heldenhaft von revolutionären Kämpfer:innen zurückerobert nachdem der IS sie über Monate besetzt hielt und angriff.
Am 25. Juni 2015 kam es bereits zu einem Massaker durch Selbstmordattentate und weitere Angriffe auf Kobanê durch den IS, bei dem Hunderte ihr Leben verloren. Der vorangegangene Krieg und derartige Angriffe führten zu großer Zerstörung in Kobanê.
Um die Stadt wieder aufzubauen, rief die Föderation der Sozialistischen Jugendvereine (SGDF) aus der Türkei die Kampagne „Gemeinsam haben wir Kobanê verteidigt, gemeinsam bauen wir es wieder auf!“ ins Leben. Die jungen Sozialist:innen und Kommunist:innen schritten selbst mit bestem Beispiel voran. So versammelten sie sich mit Hunderten anderen Menschen an der türkisch-syrischen Grenze, um zu der Stadt vorzudringen. Und genau dort verhinderte der faschistische Attentäter es, dass sie ihr Ziel erreichten.
Zwar haben die ermordeten Genoss:innen es selbst nicht bis nach Kobanê geschafft, doch war ihre Ermordung der Keim für weitere große Proteste in der Türkei, die der Staat brutal zu unterdrücken versuchte. Der brutale Anschlag ermutigte zahlreiche andere Revolutionär:innen sich auf nach Kobanê zu machen und den Kampf der Gefallenen weiterzuführen.
Weder die Verhaftungen noch die Folter, noch Demonstrationsverbote, die der türkische Staat nach dem 20. Juli folgen ließ, konnten den Widerstand und den Kampfgeist für die Rojava-Revolution in Gedenken an die 33 Unsterblichen aufhalten.
Nicht nur in der Türkei kam es trotz Verfolgung und Verboten zu Protesten und zu Gedenken, auch in Deutschland spielen diese internationalen Beispiele eine Rolle. So begehen auch wir in verschiedenen Städten Deutschlands den 20. Juli in Erinnerung an die Genoss:innen und nehmen an Gedenken teil. Doch vor allem muss ihr Kampf jeden Tag in unserer politischen Arbeit aufflammen, im Widerstand gegen den deutschen Imperialismus der auch damals schon an den konterrevolutionären Angriffen auf den Kampf für ein freies Kurdistan beteiligt war und es heute weiterhin ist.
Die Genoss:innen sind unvergessen!
Seit elf Jahren gedenken wir nun den 33 Gefallenen von Suruc. In diesen elf Jahren herrschte aber kein Frieden für die kurdischen Gebiete und die revolutionäre Bewegung in der Türkei und in Kurdistan. Sowohl zahlreiche militärische Angriffe als auch massive politische Repression und Verfolgung konnten nicht verhindern, dass Genoss:innen immer wieder unglaublichen Mut und Kampfeswillen entwickelten und auf vielfältige Art und Weise für Frieden in der Region und für die Niederlage des Imperialismus kämpften. Besonders die Jugend hat dabei bewiesen, dass sie nicht nur große Träume hat, sondern diesen auch in der Realität nachkommen will und kann. Die Gefallenen von Suruc zeigen uns das noch einmal mehr:
Lasst uns die gleiche Zielstrebigkeit bei den bevorstehenden Herausforderungen an den Tag legen. Ob es die Organisierung unserer Klasse für internationale Solidarität und gegen ihre Kriegstreiberei und Aufrüstung oder gegen die Wehrpflicht, mit der die Imperialisten uns Jugendliche in den Krieg schicken wollen – bei all dem sind die Gefallenen uns ein Vorbild.
Lasst uns auch im elften Jahr ihrer Ermordung die roten Fahnen weiter tragen!
Die Gefallenen von Suruc bleiben unvergessen – Der Kampf endet nie!
Şehîd namirin




