Kommunismus #22 – Mai 2022

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Liebe Leser:innen,

In der vorliegenden Ausgabe widmen wir uns zwei sehr unterschiedlichen Themen. 

Der erste Artikel „Revolution und Tageskampf – wie stellen wir richtige Losungen auf?“ behandelt ein Thema, dass in der Geschichte der kommunistischen Bewegung schon vielfach rauf- und runterdiskutiert worden ist. Dennoch stellen wir heute einen großen Klärungsbedarf gerade auf diesem Gebiet fest. Es geht dabei um den Themenkomplex der kommunistischen Strategie und Taktik und hier speziell um die Frage der Aufstellung von Losungen in unterschiedlichen Situationen des Klassenkampfes. Teillosungen, Endlosungen, Übergangslosungen sind vielen Genoss:innen irgendwie ein Begriff. Zugleich sind diese Fragestellungen ein Gegenstand kontroverser Diskussionen, z.B. zwischen Marxisten-Leninist:innen und Trotzkist:innen. Wir wollen mit diesem Text systematisch klären, welche Rolle die Losungen in der kommunistischen Strategie und Taktik spielen. Letztendlich geht es hierbei ganz grundlegend um unsere Herangehensweise an die revolutionäre, kommunistische Massenarbeit. Konkret unterziehen wir etwa die in der kommunistischen Bewegung schon symptomatisch gewordenen „Etappentheorien“ einer grundlegenden Kritik. Damit wollen wir auch einen Beitrag leisten, einen sich in der Geschichte der kommunistischen Bewegung gerade in Deutschland seit Jahrzehnten ständig wiederholenden, fehlerhaften Kreislauf zu durchbrechen. Zwischen verschiedenen Erscheinungsformen des Sektierertums und Dogmatismus auf der einen Seite und dem opportunistischen Aufgehen in demokratischen und ökonomischen Kämpfen bei Aufgabe der revolutionären Ziele und Aufgaben auf der anderen Seite, gibt es keinen „goldenen Mittelweg“. Weder ein prinzipienloses Schwanken zwischen diesen beiden Abweichungen vom Marxismus-Leninismus noch ein halbgarer Kompromiss, der es irgendwie allen recht machen will, sind eine Lösung. Stattdessen gilt es durch ein dynamisches System von Losungen einen Sprung nach vorne zu machen, indem wir die richtigen, d.h. die der jeweiligen Klassenkampfsituation und darin unseren Aufgaben angemessenen, Losungen in der kommunistischen Massenarbeit entwickeln.

Beim zweiten Thema betreten wir ein Stück weit Neuland und beschäftigen uns mit dem Verhältnis von Marxismus und Psychologie. Als Kommunist:innen begegnen wir psychologischen Fragestellungen an sehr vielen Stellen: Sei es ganz allgemein die Rolle der Persönlichkeit im Klassenkampf, die psychologische Kriegsführung des Imperialismus oder der Kampf um die Revolutionierung der Persönlichkeit in der Entwicklung kommunistischer Kader:innen. Ganz konkret sind wir auch immer wieder mit psychischen Problemen von Genoss:innen oder Menschen in unserem Umfeld konfrontiert. Höchste Zeit also, sich als Marxist:innen die Grundlagen einer materialistischen Psychologie anzueignen. Dies tun wir mit dem zweiten Artikel „Marxismus und Psychologie“, in dem wir auch einige Grundbegriffe klären sowie die Grundzüge für ein dialektisch-materialistisches Herangehen an die menschliche Psyche skizzieren. Weiterhin geben wir einen Überblick zur Verbreitung von psychischen Krankheiten in der Gesellschaft und hinterfragen u.a. das bürgerliche Konzept von psychischer Gesundheit im Imperialismus. Das alles geschieht nicht nur aus einem theoretischen Interesse, welches sich bereits in früheren Ausarbeitungen niedergeschlagen hat, auf denen der Artikel aufbaut. Vielmehr ist die Psyche ein politisches Kampffeld, das wir dringend angehen müssen, um u.a. bei der Kader:innenentwicklung und dem Aufbau einer Partei neuen Typs im imperialistischen Zentrum voran zu kommen. Daher endet unsere Analyse auch mit ersten, vorläufigen Schlussfolgerungen für die politische Praxis.

Wir wünschen allen Leser:innen eine angeregte Lektüre und lebendige Diskussionen zu diesen Themen!

Redaktion Kommunismus