Racheschwur für die Gefallenen von Suruç

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Suruc

Eine Erklärung der Kommunistischen Jugend

In wenigen Tagen jährt sich zum sechsten Mal das Massaker von Suruç an der türkisch-syrischen Grenze.

Am 20. Juli 2015 versammelten sich dort hunderte Menschen verschiedenen Alters, aus verschiedenen Städten in der Türkei und auch unterschiedlicher politischer wie nationaler Herkunft.

Aktivist:innen, die schon zwei Jahre zuvor bei den Protesten im Istanbuler Gezi-Park in den ersten Reihen gegen die faschistische Polizei gekämpft hatten, neben Politiker:innen der fortschrittlichen Oppositionspartei HDP; Jugendliche aus Ankara, Nordkurdistan und der Schwarzmeerregion; Menschen aus sunnitischen und alevitischen Familien hatten sich unter dem Banner der internationalen Solidarität vereinigt, um diese Solidarität Wirklichkeit werden zu lassen.

Ihr Plan war simpel: Das vom IS größtenteils zerstörte Kobane in Rojava, dem syrischen Teil Kurdistans, aufzubauen helfen, das auf der anderen Seite der Grenze auf sie wartete.

Wer könnte in einer solchen zivilen Unterstützungskampagne eine Gefahr sehen? Für den türkischen Faschismus war die von der Föderation der Sozialistischen Jugendvereine (SGDF) initiierte Kampagne in der Tat eine massive Bedrohung. Nicht weil diese Menschen an diesem Tag den Tränengasgranaten und Wasserwerfern von Erdogans Polizei trotzten, nicht weil sie die Symbole der türkischen Diktatur in Brand steckten, sondern weil ihre Reise ein Aufstand gegen die wichtigste Stütze des türkischen Faschismus war: Ein Aufstand gegen das Gift des Chauvinismus und Nationalismus, mit dem der türkische Staat seit seinem Bestehen die schwersten Verbrechen vor den Augen eines Großteils der Menschen in diesem Land rechtfertigt.

Die Solidaritätskampagne unter dem Motto „Gemeinsam haben wir Kobane verteidigt, gemeinsam bauen wir es wieder auf!“ war eine Brücke zwischen den Metropolen im Westen der Türkei und der demokratischen Revolution in Rojava, die umzingelt von Feinden wie dem türkischen Regime drohte, erstickt zu werden. Diese von jungen Revolutionär:innen getragene Reise zeigt, dass wir Aktionen organisieren können, mit denen wir den Klassenfeind frontal angreifen und ihn dazu bringen können, mit den bestialischsten Mitteln um sich zu schlagen, ohne einen Schuss scharfe Munition abzufeuern.

Die in Suruç Gefallenen sind unsere Klassengeschwister und Genoss:innen, unsere Mitkämpfer:innen für die Befreiung der ganzen Menschheit. Wir werden es dem türkischen Faschismus nie verzeihen, sie mithilfe seiner islamistischen Agenten aus dem Leben gerissen zu haben. Der Verlust dieser 33 Herzen, die für die Revolution und die internationale Solidarität schlugen, hat eine schmerzliche Lücke in den Reihen der kommunistischen Weltbewegung hinterlassen. Es ist unsere Pflicht, ihre Träume und Ideale aufzunehmen und Wirklichkeit werden zu lassen – in der Türkei, in Rojava und auch in Deutschland. Es ist unsere Pflicht, zu kämpfen bis Millionen an die Stelle dieser 33 treten und die Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung befreien und somit endlich wohlverdiente Rache für die Gefallenen von Suruç wie für die unzähligen anderen Opfer konterrevolutionären Terrors nehmen.

Den faschistischen Mördern auf dieser Welt rufen wir hasserfüllt zu: Der Tag wird kommen, an dem sich das Blatt wendet und die Völker dieser Welt euch zur Rechenschaft ziehen werden!

Wir rufen um den 20. Juli herum gemeinsam mit unseren Genoss:innen zu Aktionen in Gedenken an Suruç auf:

  • Hamburg 20.07. 18 Uhr Schulterblatt 71
  • Duisburg 19.07. 18 Uhr Averdunkplatz
  • Köln 20.07. 18 Uhr Wiener Platz
  • Frankfurt: 20.07. 19 Uhr Mainufer Alte Brücke (Nordseite)
  • Stuttgart 20.07 18 Uhr Schlossplatz